geschrieben von Rolf Tischer am 23. Dezember 2015

Die Haushaltsberatungen für den Haushalt in Uelzen zogen sich in die Länge, Einsparungen und notwendige Steuererhöhungen sollten beschlossen werden. Und hier hat es sich gezeigt, dass die kleinen Parteien und Gruppen auch mitwirken können.
So ein Haushalt ist, gerade wenn gespart werden muss, nicht einfach. Ich denke dass jeder die eine oder andere Position nicht für glücklich hält. Da kommt es im Ergebnis auf einen Kompromiss, der dann auch von der Mehrheit getragen werden kann.

Als ich bei der Ratssitzung zum Haushalt ans Rednerpult trat, war anscheinend die Erwartung hoch, zumindest dem Zuruf mit der Forderung nach einem Gedicht konnte ich dieses Jahr nicht dienen. Aber wenn die Ratssitzung schon auf den 21.12. verschoben wurde, kann man schon mal eine Weihnachtsgeschichte erzählen:

Herr Ratsvorsitzender, Herr Bürgemeister, wehrte Kollegen,
drei Tage vor Weihnachten, es gibt keinen besseren Zeitpunkt für eine Weihnachtsgeschichte….

Sparen, sparen, immer nur sparen.
Der Weihnachtsmann schimpfte vor sich hin, als er aus der Buchhaltung der Weihnachtsstadt kam.
Ok, irgend jemand musste aufpassen dass das Geld reichte, aber schön langsam wusste er nicht mehr wo er noch einsparen sollte. Die Spielzeugfabrik wurde schon optimiert, die Arbeitsgänge verkürzt, das war ein Kampf, seine hohen Qualitätsansprüche durch zu setzen. Schon vor Jahren hatte man die einzelnen Bereiche ausgeklammert, damit sie das Budget des Weihnachtsmannes nicht mehr belasten.

Der Weihnachtsmann rief seine Oberwichtel und Oberengel zusammen und dann erklärte er ihnen dass zu diesem Weihnachtsfest wieder 2.5 Mio eingespart werden müssen. Es gibt immer weniger brave Kinder und so kommt nicht genug Geld in die Kassen der Weihnachtsfabrik.
Da gab es erst einmal betretene Gesichter.

Der Wichtel der die Technik verwaltete sagte, ich brauche eigentlich 100.000 Sternentaler mehr für meine Technik, die Kinder schreiben immer öfter per Email und meine Technik ist völlig veraltet. Auch die Computer in der Spielzeugfabrik müssten erneuert werden.

Der Wichtel für den Bereich der Pisten und Wegepflege sagte, dass er auch mit seinen Helfern am Limit arbeitete. Da geht gar nichts mit sparen.

Der Architektenwichtel sagte, wenn wir nicht bald etwas an den Gebäuden machen, brechen uns noch die Dächer ein, schon seit Jahren wurde da nichts mehr gemacht.

Der Oberengel für die Künste meinte, auf keinen Fall dürfen wir an der Musik sparen, viele Lieder werden von den Kindern jetzt schon vergessen.

Wohin man auch sah, es war keine Möglichkeit zu sehen, wo denn noch etwas eingespart werden könnte.
Der Weihnachtsmann holte zur Beratung auch die Vertreter der Kinder und erklärte ihnen das Problem. Die ließen sich die ganzen Zahlen zeigen und von den Verantwortlichen erklären warum  dort nichts eingespart werden kann.

Wir müssen die Einnahmen erhöhen, anders geht es nicht.

Von den Vertretern der Kinder kam Protest, wofür soll denn noch zusätzlich Geld eingenommen werden?
Aber es half nichts irgendwo muss das Geld ja her kommen.
Es tauchten aber auch Zweifel auf, braucht der Engel für die Künste wirklich so viel Geld, der ist der einzige dessen Bereiche nicht zusammengefasstsind, da hat er sich bisher immer geweigert. Aber so wirklich hat sich niemand getraut das auch laut zu sagen.

Auch einzelne Posten machten stutzig, warum kostet der Computer im Rentierhaus so viel Geld? Das war auch der einzige Computer der alleine aufgelistet war, alle anderen waren zusammen gefasst. Insgesamt kostete die Technik einen riesen Betrag, aber wie sich der zusammensetzt, stand nirgends.

Es wurden viele Vorschläge  gemacht und auch wieder verworfen, Am Ende blieb eine lange Liste übrig,

Die Gebühren für die Karussells werden erhöht, zwar können dann einzelne Kinder weniger oft fahren, aber am Ende kommt mehr untern Strich heraus.
Die Preise für Weihnachtsbäume, lichterketen und Kerzen  werden erhöht und einiges mehr.
Mitten in der Liste stand dann das schlimmste: Von den Kindern werden  mehr gute Taten gefordert, die werden ja in Geld umgetauscht und das macht den größten Batzen aus.Daß die Kinder dann weniger Spaß haben wurde unter den Tisch gekehrt. Und wie die  Kinder auf so eine Forderung reagieren, na das blieb abzuwarten.

Am Ende war es so, dass die für die der ganze Zauber gemacht wurde mehr bezahlen mussten, in der Weihnachtsstadt blieb alles beim alten.

Meine Damen und Herren, ich denke sie haben die Geschichte schon verstanden, wie dort ist es auch bei uns hier in der Stadt.
Es muss gespart werden und am Ende zahlen, die für die wir da sind die Zeche. Das geht auf Dauer nicht gut, da muss etwas passieren, ich denke wir alle sind bereit etwas zu tun, nur machen müssen wir es.

Sie denken meine Geschichte hat kein richtiges Ende?  Richtig, Weihnachtsgeschichten haben ein gutes Ende, Ich hoffe dass wir es hier schreiben werden, aber so wie es aussieht, nicht in diesem Jahr. Heute beschenken wir nur die Verwaltung, die Bürger gehen leer aus.

Na denn frohe Weihnachten.

 

Kategorie: Allgemein
Kommentare deaktiviert für Haushaltsrede Uelzen – ein Weihnachtsmärchen

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